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Was ist zu tun, wenn einer oder mehrere Ihrer Zähne defekt sind? Die Karies, die den Schmelz Ihrer Zähne angreift und die Zahnhartsubstanz langsam zerstört, muss entfernt werden. Wenn Ihr Zahnarzt die Karies mit speziellen Instrumenten sorgfältig beseitigt hat, ist die Frage zu beantworten, wie 'das Loch zu stopfen ist'.
Das Problem der Amalgamfüllungen ist in fast aller Munde. Amalgamfüllungen :
Amalgamfüllungen sind preiswert (so preiswert, dass die gesetzliche Krankenversicherung die vollen Kosten trägt!) und Amalgamfüllungen sind im Seitenzahnbereich, wo die oberen und unteren Backenzähne aufeinander mahlen, funktionell sinnvoll. Die Seitenzähne sind die Arbeiter unter den Zähnen: zwischen ihnen werden im Laufe von 50 Jahren mehr als 20 Tonnen Nahrungsmittel zerkleinert. In Fleisch und Brot umgerechnet sind das 45 ausgewachsene Schweine und ein Brot von 4,5 Kilometer Länge. Die Seitenzähne müssen also ziemlich abriebfest sein, sollen funktionell ineinander greifen, Höcker und Furche, wie Zahnräder. Eine Amalgamfüllung, die nicht unter Zeitdruck gelegt ist und durch korrektes Modellieren vom Zahnarzt ihre natürliche Oberfläche mit Höckern und Furchen erhalten hat, erfüllt diese Bedingungen. Sie ist für lange Jahre abriebfest und stützt sich am Gegenzahn richtig ab. Amalgam - Pro und Contra - ist zur Glaubenssache geworden.
Die Kunststoff-Füllung - (k)eine Alternative Composites werden vom Zahnarzt seit vielen Jahren für Füllungen im Frontzahngebiet verwendet. Damit können kleinere Defekte der Schneidezähne repariert werden. Diese Füllungen sehen aus wie natürliche Zahnhartsubstanz und werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen im Frontzahngebiet auch bezahlt. Jedoch waren die Composites für die Versorgung größerer Defekte der stark belasteten Mahlzähne im Seitenzahnbereich bisher ungeeignet und wurden von den gesetzlichen Kassen auch nicht bezahlt. Die Weiterentwicklung der Composites in den letzten Jahren hat verbesserte, ganz feinkörnige Composites und ganz neue Befestigungsmethoden hervorgebracht, die die Composites zu einer echten Amalgam-Alternative bei kleinen bis mittelgroßen Defekten im Seitenzahnbereich macht. Dies bestätigt auch die Wissenschaft, weist aber richtigerweise auf 2 Knackpunkte hin:
Allgemeines Die Amalgam- oder die Composite-Füllungen werden vom Zahnarzt im Mund "gelegt". Man sagt dazu, der Zahnarzt behandelt intra-oral, also "im Mund". Das Arbeiten im Mund - besonders an den hinteren Seitenzähnen - erfolgt unter erschwerten Bedingungen. Die bessere Passgenauigkeit bei mehrflächigen Füllungen und die bessere Gestaltung der Kontaktpunkte zum Nachbarzahn und zum Zahn im Gegenkiefer wird i.d.R. durch eine laborgefertigte Füllung erreicht. Nach Entfernung der Karies, dem Präparieren des Zahnes und nach Legen einer Unterfüllung wird über die Zahnreihe ein Abdruck genommen, der im zahntechnischen Labor mit einem Spezialgips ausgegossen wird.
Inzwischen lassen sich diese Füllungen auch aus verschiedenen Materialien herstellen, die auch kosmetische Nachteile der bislang überwiegend gelegten Gold-Inlays aufheben. Diese Präzision hat auch Ihren Preis: deutlich teurer als eine Amalgam- oder Composite-Füllung - aber auch deutlich besser und bei guter Mundpflege auch entsprechend haltbarer.
Das seit Jahrtausenden bewährte Gold ist für funktionellen Zahnersatz das Material der Wahl. Langjährige klinische Erfahrungen schließen Nebenwirkungen praktisch aus. Gold ist im Zahnbereich ein verträgliches Material; es ist, wie man sagt, biokompatibel. Dagegen reagieren heute immer mehr Menschen mit Allergien auf nicht biokompatible Materialien. Da diese allergischen Reaktionen immer mehr zunehmen, gehört der Allergiepass bereits zum täglichen Bild in der Zahnarztpraxis. Gold ist ein Werkstoff, dessen präzise Verarbeitung ein guter Zahntechniker bis ins Detail beherrscht. Beim Goldguss-Inlay stellt der Zahntechniker die Füllung nach einer entsprechenden Wachsmodellation aus einer hochgoldhaltigen Legierung her, und der Zahnarzt setzt das Inlay nach der Einprobe mit einem bewährtem und ebenfalls jahrzehntelang erprobten Zahnzement ein. Goldguss-Inlays haben bei guter Zahnpflege eine erstaunlich lange Haltbarkeit. Sie werden mit exakt in den Gegenzahn passender Kaufläche hergestellt (nach einer Wachsmodellation gegossen) und nach dem Ausarbeiten hochglanzpoliert. Aufgrund des perfekten Randschlusses, der glatt polierten Oberfläche und der Zementierung des Inlays haben Bakterien und Speisereste hier die geringsten Chancen. Der Hochglanz macht es Belegen schwer, an einem Gold-Inlay zu haften.
Gold-Inlays werden allerdings von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Allenfalls ein Zuschuss für die "eingesparte" Amalgamfüllung ist hier zu erwarten. Und dennoch sind Inlays nicht für jeden, der sich die Versorgung leisten möchte, zu haben. Ihr Zahnarzt wird eine Inlay-Versorgung von der Mundhygiene des Patienten und von der noch vorhandenen Zahnhartsubstanz abhängig machen. Manche Defekte im Zahn sind so groß, dass die erhaltenen Zahnwände schon so dünn sind, dass sie den Kaudruck nicht aufnehmen können und auseinander zu brechen drohen. Dann muss eine umfassende Teilkrone oder Vollkrone angefertigt werden, die in diesem Falle von der Krankenkasse zu einem größeren Teil bezuschusst wird. In diesem Zusammenhang sei ein Hinweis erlaubt:
Haltbarkeit
Goldguss-Inlays sind funktionell nicht zu übertreffen, aber ästhetisch eben doch ein Kompromiss, weil die Goldanteile sichtbar bleiben. Nun gibt es die Möglichkeit, Inlays und auch Kronen mit einem Porzellan so zu verblenden, dass die Inlays bis auf einen Goldrand zahnfarben aussehen. Dieses Porzellan (in der Fachsprache Keramik genannt), ist ein Pulver, das mit einer speziellen Flüssigkeit gemischt wie eine Paste verarbeitet und schließlich wie Porzellan gebrannt werden kann. Dabei lässt sich die Keramik farblich so beeinflussen, dass der Zahnersatz der Zahnfarbe entspricht. Solche Inlays sind eine hervorragende Mischung aus Funktion und Ästhetik. Die Porzellanverblendung sieht gut aus, und die biologische Verträglichkeit ist bei einer hochgoldhaltigen Aufbrennlegierung gegeben. Der Metallunterbau kann mit seit Jahrzehnten bewährten Zementen problemlos im Zahn verankert werden. Nach der Art der zahntechnischen Herstellung unterscheiden wir gegossene, gesinterte und galvanisch hergestellte Metallgerüste. Haltbarkeit
Der Gesichtspunkt der Ästhetik hat in den Zahnarztpraxen während der letzten Jahre rapide an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Patienten wünschen heute eine "kosmetisch ansprechende" Füllung auch im Seitenzahnbereich. Zusätzlich verstärkt wurde dieser Trend durch die Verunsicherung der Allgemeinheit in bezug auf mögliche systemische Nebenwirkungen des Amalgams. Da plastische Kunststoff-Füllungen (Composites) nur eingeschränkt die Amalgamfüllungen ersetzen können, kommen für die zahnfarbene Versorgung nur Keramik-Inlays in Frage. Keramik-Inlays sind zweifellos die ästhetisch allerschönste Alternative zum Amalgam. Schon sehr lange wurde versucht, Inlays aus keramischen Massen zu brennen. Die Keramik schrumpft jedoch beim Brennen außerordentlich stark, so dass die Passgenauigkeit völlig unzureichend war. Erst moderne Glas-Druckgussverfahren (z.B. Empress) und ähnliche Technologien führten zu einem Durchbruch und damit zu einer exzellenten Passform. Unterschieden wird in Brennkeramik, Glaskeramik und gefräster Keramik. Im Gegensatz zur Metallkeramik werden Glas- oder Vollkeramik-Inlays nicht zementiert sondern "geklebt". Eine Klebung macht die Ätzung des Zahnschmelzes erforderlich. Es muss also genügend ätzfähige Zahnsubstanz vorhanden sein. Daher kann man nicht jeden Defekt (Kavität) mit einem vollkeramischen Inlay verschließen. Auch muss die Mundhygiene des Patienten vorbildlich sein. Unter solchen Voraussetzungen ist zu erwarten, dass auch diese Art von Inlays eine lange Lebensdauer aufweisen werden.
Wer sich also zu einer solchen Versorgung mit keramischen Inlays entschließt, sollte sich intensiv von seinem Zahnarzt beraten lassen. Haltbarkeit
Kunststoff-Inlays als preiswerte Alternative? Die auf den ersten Blick preiswerteste Alternative zur Amalgamfüllung scheint die im Labor gefertigte zahnfarbene Einlage-Füllung aus Kunststoff (Composite-Inlay) zu sein, wenn die Kunststoff-Füllung (Composite) im Seitenzahnbereich nicht in Frage kommt. Das Kunststoff-Inlay, das im Labor gefertigt wird, kann außerhalb des Mundes durch spezielle Verfahren viel besser aushärten, und die Kunststoff--Schrumpfung kann viel besser ausgeglichen werden. Dem Kunststoff-Inlay ist daher gegenüber der Kunststoff-Füllung eindeutig der Vorzug zu geben. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass durch spezielle Vergütungen des Inlays im zahntechnischen Labor die werkstoffkundlichen Eigenschaften wie Biege- und Bruchfestigkeit, Elastizität und Polierbarkeit stark verbessert werden. Kunststoff-Inlays müssen aber - wie die vollkeramischen Inlays - "eingeklebt" werden. Hier liegen, im Gegensatz etwa zu den Goldguß-Inlays (die nachgewiesen 15 Jahre und länger halten) noch keine wirklich klinischen Langzeit-Untersuchungen vor. Da sich Kunststoff-Inlays stärker als vollkeramische Inlays abnutzen und der Preisvorteil gegenüber Gold- und Keramik-Inlays nicht so fundamental ist, haben sie sich bisher nicht in großem Umfang durchgesetzt. Haltbarkeit
Die Glas-Ionomer-Zement-Füllung - keine Alternative Glas-Ionomer-Zemente (=Glas-Polyalkenoat-Zement) sind Mischungen aus organischen Komponenten und einer anorganischen Komponente. Da diese Zemente aufgrund Ihrer Eigenschaften als endgültiges Füll-Material keine Bedeutung haben, fällt die Besprechung des Materials relativ kurz aus. Hauptanwendungsgebiete:
Glas-Ionomer-Zemente sindeine gute Alternative für Milchzahn-Füllungen. Auch als provisorischer Verschluss zwischen dem Entfernen von Amalgamfüllungen und der prothetischen Versorgung mit laborgefertigten Einlagefüllungen, Teilkronen oder Vollkronen ist der Werkstoff sehr gut geeignet. Haltbarkeit
Die Compomer-Füllung - (k)eine Alternative Compomere sind eine Art Mischung aus Glas-Ionomer-Zementen und Composites (Kunststoffen). Für dieses zahnfarbene Füllmaterial liegt noch keine Langzeiterfahrung vor. Da es in der heutigen Form nicht genügend kaudruckstabil ist, kann es nur als Übergangslösung, z.B. als zeitlich begrenzte Füllung bei Schwangeren oder im Milchgebiß, angesehen werden. Der Kariesdefekt ist zwar versorgt, aber nicht dauerhaft. Und da fast jede neu gelegte Füllung Zahnhartsubstanz kostet, sollte möglichst immer eine endgültige, langfristige Versorgung des Defektes angestrebt werden. Biologische Verträglichkeit Da auch Compomere Kunststoffe enthalten, ist die Verträglichkeit ähnlich wie bei den Composites zu sehen. Auch hier kann zur Frage der Pulpa- (Zahnmark) Verträglichkeit aufgrund der diversen Zusammensetzungen und Härtungsarten keine allgemeingültige Aussage getroffen werden. Lokale Toxizität und Gewebeirritation In Zellkulturen verursachen Kunststoffe unterschiedlich starke Schädigungen, oftmals in ihrer Ausprägung mäßig. Bakteriologische Untersuchungen zeigten keine, allenfalls eine geringe antibakterielle Wirkung. Beim Umgang mit Kunststoffen sind Reaktionen im Sinne der Überempfindlichkeit nicht auszuschließen. Derartige Phänomene treten recht selten auf. Selbstverständlich ist bei vorhandenen Allergieerscheinungen die Verwendung von Compomeren als Füllungsmaterial einzustellen. Dentin- und Pulpa- (Zahnmark) Verträglichkeit Im Schrifttum liegen ganz unterschiedliche Berichte über die Reaktionen der diversen Kunststoffe auf Dentin und Pulpa vor. Durch sorgfältige Vorbehandlung der Zahnhartsubstanzen und fachgerechter Schichtung und Aushärtung des Füllmaterials können Pulpairritationen heute jedoch weitestgehend vermieden werden. Haltbarkeit
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