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Prophylaxe zum Schutz vor Karies und Parodontitiden
Unser Prophylaxe-Team
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Prophylaxe ist...völlig schmerzfrei

Das Ziel der präventiven Zahnmedizin ist die Vorbeugung vor Karies und Zahnfleischerkrankungen.

Karies und Zahnfleischerkrankungen sind überwiegend verhaltensbedingte, und meist selbst zu verantwortende Krankheiten. Sie können durch eine systematische häusliche Mundhygiene und unterstützend durch professionelle Prophylaxe-Maßnahmen in der Zahnarztpraxis vermieden werden. Diese Maßnahmen sind nicht nur bei Kindern und Jugendlichen notwendig, sondern ebenso im Erwachsenenalter. Auch dann, wenn bereits festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz getragen wird. Der Mundhygienezustand wird mit Indizes (statistischen Messwerten) dokumentiert. Der Erfolg der Prophylaxemaßnahmen ist für Sie und uns bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen überprüfbar.
Die zahnmedizinische Prophylaxe zeigt die größte Effektivität, wenn sie bereits im Säuglingsalter einsetzt. Leider ist es immer noch weit verbreitete Meinung, dass Milchzähne weniger wichtig seien als die bleibenden Zähne. Die Gesundheit der Milchzähne ist nicht nur mitbestimmend für die Gesundheit des bleibenden Gebisses, sondern für die Gesundheit des ganzen Kindes.

Fissurenversiegelung
Karies ist vermeidbar! Vermeidbar durch zahngesunde Ernährung, effiziente Mundhygiene, regelmäßige Fluoridanwendung und Fissurenversiegelung.

Die Kaufläche eines Backenzahnes wird durch Höcker, Grübchen und Fissuren gebildet. Beim Zerkleinern der Nahrung werden stets weiche Speisereste in die Tiefe der Grübchen eingeklemmt. Bakterien können sich hier ungehindert einnisten, vermehren und dort die zahnzerstörende Säure produzieren. Auch durch sorgfältigste Zahnpflege können Fissuren und Grübchen nicht vollständig gereinigt werden, da die eingeklemmten Nahrungsreste von den Borsten der Zahnbürste hier nicht erreicht werden. Bevor es zu einer Karies in diesen Grübchen kommt, können wir diese tiefen Fissuren mit einem speziell für diese Zwecke entwickelten Kunststoff verschließen. Dazu muss die Kaufläche gereinigt und mit einer Flüssigkeit aufbereitet werden, damit der Versiegelungskunststoff auch sehr gut am Zahn haften bleibt. Die Versiegelungsflüssigkeit fließt in die tiefen Fissuren und härtet unter Lichteinwirkung sehr schnell aus. Damit wir diese Versiegelungen im Rahmen der halbjährlichen Kontroll-Untersuchungen auf ihre Dichtigkeit kontrollieren können, ist der Versiegelungskunststoff weißlich eingefärbt.

Diese Versiegelung verhindert nun, dass sich Bakterien in den jetzt abgedeckten Fissuren festsetzen können. Der Kunststoff bleibt über viele Jahre am Zahn haften und schützt ihn so aktiv vor der Karies. Das "Ausgießen" der Fissuren mit einer Kunststoffbarriere macht zugleich aus einer reliefreichen Kaufläche eine mundhygienegerechtere Glattfläche.

Für gesetzlich versicherte Patienten werden die Kosten für die Versiegelung von bleibenden Backenzähnen nur zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr übernommen (und leider auch nur für die großen Backenzähne). Die (notwendige) Versiegelung der kleinen Backenzähne (Prämolaren) ist leider keine Kassenleistung.

Ein besonders kritischer Zeitpunkt für den Beginn der Fissurenkaries ist die Zeit bis zu 4 Jahre nach dem Zahndurchbruch der Backenzähne. Der Zahnschmelz ist in dieser Phase besonders säure- und damit kariesanfällig. Der beste Zeitpunkt für die Fissurenversiegelung liegt damit in den ersten 4 Jahren nach dem Durchbruch der Backenzähne. Die Versiegelung von Fissuren und Grübchen verringert die Kariesanfälligkeit der Kauflächen nachhaltig!

Speicheldiagnostik
Das Kariesrisiko ist durch Speicheldiagnosen frühzeitig erkennbar. Die Karies selbst ist durch zahngesunde Ernährung, effiziente Mundhygiene, regelmäßige Fluoridanwendung sowie professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis vermeidbar.

In der Mundhöhle leben eine ganze Reihe von Mikroorganismen, sozusagen "gute" und "schlechte". Wenn durch mangelnde Zahnpflege Beläge auf den Zähnen bleiben, können die darin lebenden "schlechten" Bakterien den Zahnschmelz angreifen, Karies entsteht. Heute weiß man, dass für das Kariesrisiko die Zusammensetzung und das Ausmaß der Bakterienbesiedlung von Bedeutung sind. Wir können jedoch mit einem einfachen Speicheltest feststellen, wer Risikopatient für Karies ist. Besonders nützlich ist der Test auch für Mütter von Kleinkindern, denn häufig übertragen sie die kariesauslösenden Streptokokken auf ihre Kinder. Man spricht hier tatsächlich von einer Infektion und wir raten Müttern mit hohem Kariesrisiko grundsätzlich, ihren Kindern keinen vorher selbst benutzten Löffel zu geben oder den Schnuller in den Mund zu nehmen. Diese Vorsichtsmassnahmen sollten auch für Pflegepersonen, Babysitter und Tagesmütter gelten.Streptokokken besiedeln die Mundhöhle des Kleinkindes in den ersten 4 Lebensjahren. Kommen sie aber schon beim Kleinkind gehäuft vor, führen sie zur ersten Entkalkung der Milchzähne. Bekommt das Kind zusätzlich noch viele Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke bei einer schlechten Zahnpflege, sind bereits die Milchzähne für Karieserkrankungen prädestiniert. Auch die bleibenden Zähne werden davon meist nicht verschont.

Aufschlussreich: die Speichelprobe

Mit einer einzigen Speichelprobe können wir verschiedene Tests machen. Durch das Kauen von Kaugummi oder Stearin wird der Speichelfluss angeregt und dann Speichelflüssigkeit gesammelt. Je mehr Faktoren abgeklärt werden, desto deutlicher lässt sich das Kariesrisiko einschätzen. Die Tests geben Aufschluss über...

...die aktuelle Kariessituation

  • Der Streptokokkus-Mutans-Test ist ein einfaches Verfahren, das mit Teststäbchen durchgeführt wird. Sein Ergebnis zeigt an, ob die kariesfördernden Streptokokken gehäuft im Mund vorkommen.

...Ernährungsgewohnheiten

  • Sind viele Laktobazillen im Speichel enthalten, wird der kariöse Prozess zusätzlich gefördert. Sie treten gehäuft auf, wenn sich jemand sehr zuckerhaltig ernährt. Gegen Laktobazillen hilft nur die Einschränkung des Zuckerkonsums.

...den Speichelfluss, der mit der Speichelflussrate ermittelt wird

  • Der mineralienreiche Speichel führt dem Zahnschmelz wieder die Mineralien zu, die ihm durch Säureattacken nach dem Verzehr von Süßigkeiten entzogen wurde. Diese Remineralisation funktioniert, wenn ausreichend Speichel vorhanden ist. Durchschnittlich 500 ml Flüssigkeit produzieren die Speicheldrüsen täglich. Wird nicht genügend Speichel produziert, sollte viel getrunken werden und zweimal täglich nach dem Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Lösung der Mund gespült werden.

...die Pufferkapazität des Speichels

  • Nach dem Verzehr zucker- oder säurehaltiger Speisen entsteht Säure als Stoffwechselprodukt der im Mund lebenden Bakterien. Sie greifen den Zahnschmelz an. Der Speichel kann diese Säure neutralisieren. Je nach Zusammensetzung des Speichels wird die Säure gut oder schlecht "abgepuffert". Menschen mit einer hohen Pufferkapazität sind besser vor Karies geschützt als solche mit einer niedrigen Pufferfähigkeit des Speichels.Aber auch alle Tests ermöglichen keine exakte Voraussage über das Kariesrisiko, nur eine Einschätzung in "hohes" und "niedriges" Risiko. Die Umstellung auf eine bessere Mundhygiene lässt sich mit einem erneuten Test nach einiger Zeit erkennen.

Für Menschen mit großem Kariesrisiko sind gute Mundhygiene und zuckerarme Ernährung wichtig, ganz besonders jedoch die Anwendung von Fluoriden. Aber nicht immer reichen diese Maßnahmen, um die Kariesbildung zu verhindern. In einem solchen Fall werden nach einer professionellen Zahnreinigung keimverhindernde Maßnahmen ergriffen. Spüllösungen oder Gels werden für einige Zeit kurmäßig angewendet oder auf die Zähne aufgebracht, um die kariogenen (kariesverursachenden) Mikroorganismen in der Mundhöhle zu reduzieren.

Der Speicheltest wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Er muss leider privat abgerechnet werden.

 

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Nadine ThienelPetra TietjenAnna Halling